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[Thomas Schüttes Kirschensäule, in Münster 1987 im Rahmen des Festivals Skulptur Projekte installiert, kommentiert ironisch, wozu Kunst sich nicht eignet: die billige Deko-Kirsche auf der Sahne auf dem Kuchen zu sein. Johannes Rau präzisierte später als Bundespräsident: „Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig.“ (Foto: Dietmar Rabich – Creative Commons)]

Die Kunst auf Augenhöhe bringen

Das Konzept einer Akademie zu Kunst in öffentlichen Räumen für die
Bürger*innen Jesteburgs unterscheidet zwischen Teilhabe und Basisdemokratie

Ein Kommentar von Thomas Kaestle (10. Juli 2020)

Sie sind Buchhalter und schauen sich gerne Krankenhausserien im Fernsehen
an? Auch wenn Sie noch so verliebt in die attraktive Chirurgin sind: Ich würde
mir meinen Blinddarm lieber nicht von Ihnen entfernen lassen. Denn ich glaube
an echte Expertise – an Menschen, die nicht nur Leidenschaft für ihre Sache
mitbringen (die allerdings unbedingt auch), sondern professionelles
Hintergrundwissen, Erfahrung und einen kritischen Blick auf Zusammenhänge. Das
gilt für die Medizin wie für alle anderen Bereiche des Lebens. In meinem Fall
gilt es für die Kunst.

Ich bin Kulturwissenschaftler, Kurator, Kulturjournalist und -vermittler,
zurzeit berate ich unter anderem die Bewerbung der Landeshauptstadt Hannover
als Europäische Kulturhauptstadt 2025, bin Mitglied des hannoverschen Beirats
für Kunst im öffentlichen Raum und der Theaterjury des Bremer Kultursenators.
Außerdem habe ich im Auftrag der Gemeinde Jesteburg ein Konzept verfasst, das
den festgefahrenen Umgang mit einem ursprünglich geplanten Kunst- und
Naturpfad
wieder erleichtern soll. Ich wurde beauftragt, nachdem ein
erster Anlauf, Kunst in den öffentlichen Räumen zwischen dem Kunstverein
Jesteburg und der Kunststätte Bossard im Lüllauer Forst zu installieren,
gescheitert war.

Nun ist „gescheitert“ eine sehr freundliche, neutrale Vokabel für
das, was sich wohl tatsächlich zugetragen hat. Ich kenne die Vorfälle nur vom
Hörensagen. Aber es soll Morddrohungen gegenüber der Kuratorin gegeben haben –
und zwar angeblich auch solche rassistischen und antisemitischen Inhalts.
Bedrängt wurde sie zudem von der Presse, die von Beginn an eine populistische
Kampagne gegen einen Kunst- und Naturpfad in Jesteburg verfolgt – mehr
oder weniger Hand in Hand mit der, nun ja, eher volksnahen Unabhängigen
Wählergemeinschaft Jesteburg
. Nun ist allerdings auch „Presse“
eine sehr freundliche, neutrale Vokabel für das einzige Druckerzeugnis, das
regelmäßig über Jesteburg berichtet: das Gratis-Anzeigenblatt Kreiszeitung
Wochenblatt Nordheide
, das die Bürger*innen regelmäßig in ihren
Briefkästen finden.

Ein Pressemonopol hat noch nie zu differenzierter Berichterstattung geführt.
Also bedient sich der für Jesteburgs Kultur zuständige Autor aller gängigen
Strategien des Boulevardjournalismus. Wie bei vergleichbaren Blättern mit
größerer Auflage geht es auch hier vor allem um maximale Empörung. Denn
Aufmerksamkeit nutzt auch den Werbekunden – zumindest jenen ohne Interesse
daran, wessen Agenda sie da eigentlich genau finanzieren. Aus diesen Gründen
ist es vollkommen sinnlos, die zuständige Redaktion um Gegendarstellungen zu
bitten – sie werden in der Regel lediglich in weiteres Futter für die lustvolle
Erregung der Leser*innen verwandelt.

Wenn also das boulevardeske Gratis-Anzeigenblatt Kreiszeitung Wochenblatt
Nordheide
als einzige gedruckte Zeitung über die Sitzung des
Kulturausschusses berichtet, in der mein Konzept für einen neuen Umgang mit
einem möglichen Kultur- und Naturpfad in Jesteburg diskutiert und –
mit den Stimmen der SPD und der Grünen – als Empfehlung an den Gemeinderat
befürwortet wurde, verwundert es kaum, dass es dabei seiner bereits etablierten
Kampagne folgt. Es war auch vorhersehbar, dass es versucht, mit den üblichen
Scheinargumenten der Populisten maximale Empörung über zu teure Kulturvorhaben
zu inszenieren – und dass es dabei nicht vor falschen Zahlen und
Zusammenhängen zurückschreckt.

Ich müsste darauf nicht reagieren. Mein Auftrag ist abgeschlossen, mein Konzept
liegt der Gemeinde Jesteburg vor. Ich halte es für der Situation angemessen und
differenziert. Vor allem halte ich es für innovativ genug, dass es der kleinen
Gemeinde in der Nordheide gelingen könnte, damit überregionale Beachtung zu
finden – nach zuletzt eher negativen Schlagzeilen über einen zumindest
fragwürdigen Umgang mit Kunst und Kultur. Sicherlich, es könnte zu
Folgeaufträgen kommen. Die Gemeinde könnte mich im nächsten Schritt mit der
Beantragung von Fördermitteln für das vorgeschlagene Projekt beauftragen,
danach mit der Organisation und Durchführung des Projektes.

Dass ich weitere Aufträge der Gemeinde Jesteburg annehme, ist jedoch keine
Selbstverständlichkeit, sondern unterliegt meiner persönlichen Entscheidung,
mich in eine Situation begeben zu wollen, die für eine kleine Gemeinde in der Nordheide ungewöhnlich aufgeladen ist: mit Gewalt, Populismus, Propaganda und lautstarker Kulturfeindlichkeit. In eine Situation, in der es der lokalen „Presse“ angemessen erscheint, die Stimmung bereits im Vorfeld eines neuen möglichen Projektes zu vergiften. Wenn der zuständige Autor also in seinem aktuellen Text schreibt, dem gewonnenen Kurator (also mir) gelänge es bestimmt auch „mit deutlich kleinerem Budget in Jesteburg Zustimmung für den Kunstpfad zu schaffen“, schafft er es, die Umstände in nur einem Satz gleich dreifach falsch darzustellen.

Zunächst kann die Gemeinde Jesteburg nicht über mich verfügen. Ich habe ein
Konzept vorgelegt, das ich als erfahrener Kurator, Kulturwissenschaftler und
-vermittler für optimal geeignet halte, dem in Jesteburg entstandenen
Misstrauen gegenüber einer Kunst in öffentlichen Räumen zu begegnen. Dieses
Konzept umzusetzen interessiert mich, weil es auch für mich ungewöhnlich ist,
einen behutsamen, umfassenden, einjährigen Annäherungsprozess einer ganzen
Gemeinde an Potenziale einer künstlerischen Disziplin (streng genommen vereint
die Kunst im öffentlichen Raum viele Disziplinen wie zum Beispiel Bildende
Kunst, Theater oder Literatur zu einer neuen) zu moderieren.

Die von mir vorgeschlagene Akademie (ein Arbeitsbegriff, der noch ein wenig zu
elitär klingen mag – ich verwende ihn, weil es mir nicht um ein schulisches
Erlernen „fertiger“ Wahrheiten geht, sondern um eine gemeinsame
Auseinandersetzung) ist eben kein reines Vermittlungsprogramm, das
„Zustimmung für den Kunstpfad“ schaffen soll – eine Formulierung der Kreiszeitung
Wochenblatt Nordheide
, die wiederum zwei bewusste Verzerrungen enthält. Es
geht darum, Künstler*innen nach Jesteburg einzuladen, die sich einerseits auf
den Ort recherchierend einlassen und andererseits in Workshops von ihrem Blick
auf Kunst erzählen, ihren Strategien, Prioritäten, Herangehensweisen – die bei jedem
und jeder Künstler*in immer anders sind.

Um einen Kunstpfad geht es dabei nicht. Ich habe – in Anwesenheit des Autors
der Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide – dem Kulturausschuss
erläutert, dass mir hier Ergebnisoffenheit ausgesprochen wichtig ist. Sollten
die Bürger*innen Jesteburgs am Ende gemeinsam mit Künstler*innen und
Expert*innen zu der Überzeugung gelangt sein, dass ganz andere Formate von
Kunst im öffentlichen Raum geeigneter sind, wird dies zu einer Empfehlung an
Politik und Verwaltung werden. Und sollten sich alle einig werden, dass
Jesteburg der falsche Ort für Kunst im öffentlichen Raum ist, wird die
Empfehlung lauten, darauf zu verzichten. Der gemeinsame Prozess wird jedoch auf
keinen Fall vergebens gewesen sein.

Er wird Augenhöhe hergestellt haben und so im Idealfall dafür gesorgt haben,
dass niemand mehr die Kunst als etwas Bedrohliches, von oben gesetztes,
empfinden muss – aber auch dafür, dass keine Politiker oder Wochenblattautoren
mehr verächtlich auf die Kunst als etwas herabsehen müssen, das ihre
Vorstellung von Gesellschaft gefährdet. Das ist ein komplexes Unterfangen und
meines Wissens in dieser Weise noch nirgends sonst gelungen: eine ganze
Gemeinde so zu informieren und ihr eigene Erfahrungen zu ermöglichen, dass sich
schließlich jede*r, die oder der das möchte, eine fundierte Meinung aufgrund
eigener Quellen und Erfahrungen bilden kann.

Das sei ja doch nur „Bespaßung“ für eine Handvoll
„Szene-Mitglieder“, argumentiert der Autor der Kreiszeitung
Wochenblatt Nordheide
– und verschweigt seinen Leser*innen wissentlich,
dass das Konzept der Akademie ausdrücklich betont, dass vor allem eine
ausführliche Dokumentation und regelmäßige seriöse Berichterstattung alle
Zwischenergebnisse in einem Online-Blog und einer Abschlusspublikation einer
möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen sollen, um hierdurch erst
einen breiten Diskurs zu ermöglichen. Vielleicht ignoriert er diesen zentralen
Teil des Konzeptes auch deshalb, weil er ihn direkt betrifft. Hätte ich die
Akademie für eine andere Gemeinde konzipiert, hätte ich darauf hingewiesen, wie
wichtig es ist, die lokale Presse einzubinden. In Jesteburg habe ich darauf aus
naheliegenden Gründen verzichtet: Es existiert hier keine seriöse
Kulturberichterstattung.

Die Akademie – und auch das wurde im Kulturausschuss ausführlich diskutiert und
in der Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide bewusst verschwiegen – muss
meiner Meinung nach einerseits so umfangreich sein, um den Jesteburger*innen
ein differenziertes Bild der Kunst im öffentlichen Raum vermitteln zu können.
Für einen nur oberflächlichen Eindruck würde sich gar kein Aufwand lohnen,
nicht einmal ein einziger Workshop. Andererseits habe ich mehrfach betont, dass
ein solches Projekt nur mit Drittmitteln finanziert werden kann. Von den reißerisch
ins Feld geführten umfangreichen „Steuermitteln“ sollen lediglich
10.000 Euro, also nicht einmal ein Zehntel, von der Gemeinde finanziert werden.

Drittmittel von großen Stiftungen oder Behörden fließen jedoch nur, wenn ein
Projekt eine kritische Größe erreicht – sonst ist es schlicht zu unbedeutend
und kann dann eben auch von einer Gemeinde selbst finanziert werden. Die Frage
ist also nicht, ob ich als erfahrener Kulturwissenschaftler „mit deutlich
kleinerem Budget“ operieren könnte. Selbstverständlich könnte ich das. Die
Frage ist vielmehr, welches Konzept und welches Budget einem solchen Projekt
angemessen sind – also letztlich, was zu Jesteburgs Situation passt. Einen
Vortrag über Kunst im öffentlichen Raum habe ich in Jesteburg bereits vor einem
Jahr gehalten. Leider hat die Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide nicht
berichtet, vermutlich da sich daraus kein Aufreger konstruieren ließ.

Es ist eine beliebte Strategie populistischer Parteien und boulevardesker
Zeitungen gleichermaßen, sich auf die Suche nach der größtmöglichen Summe zu
machen, um einen emotional größeren Effekt erzielen zu können. Der Vertreter
der Unabhängigen Wählergemeinschaft Jesteburg hat dies im
Kulturausschuss versucht, indem er eine fiktive Summe aus dem Zusammenhang
einer nicht öffentlichen Konzeptskizze riss, die ich Verwaltung und Politik
vorgelegt hatte, bevor ich den Auftrag für ein Konzept erhalten habe. Diese
Skizze ist längst überholt. Denn es geht im vorliegenden Konzept bewusst nicht
um die Planung eines Kunst- und Naturpfads, sondern um eine
ergebnisoffene Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Kunst im
öffentlichen Raum. Die größtmögliche Zahl aus einem nicht öffentlichen, nicht
mehr aktuellen Dokument für eine Argumentation zu nutzen, ist unseriös.

Dass die populistisch ins Feld geführte Zahl jeglicher Grundlage entbehrt,
wurde im Kulturausschuss ausführlich diskutiert. Wenn die Kreiszeitung
Wochenblatt Nordheide
also schreibt, die Unabhängige
Wählergemeinschaft Jesteburg
habe davon gesprochen, dass „in den
kommenden Jahren knapp 250.000 Euro in den Kunstpfad investiert werden
sollen“, nicht aber, dass sich im anschließenden Gespräch die Grundlage
einer solchen Behauptung vollständig in Luft aufgelöst hat, betreibt sie
entweder wissentlich Propaganda mit Unwahrheiten – oder sie versucht, dem
entsprechenden Politiker zu schaden, indem sie ihn bloßstellt. Ähnliches gilt
für die Grundlage des gesamten Textes: die Argumentation mit
„Steuermitteln“, die ebenfalls exakt dem Vorgehen der Unabhängigen
Wählergemeinschaft Jesteburg
entspricht.

Im Ausschuss wurde ausführlich diskutiert, dass die angesprochenen
„Steuermittel“ nur zum kleinsten Teil aus dem Budget der Gemeinde
Jesteburg stammen sollen und dort für genau solche Zwecke auch vorhanden sind.
Außerdem wurde richtiggestellt, dass es sich bei den zu beantragenden Mitteln
um zweckgebundene Fördergelder von Stiftungen, Fonds und Landesbehörden handeln
soll. Gelder also, die in keinem Fall für etwas anderes als Kultur ausgegeben
würden – und auch das nur für große, innovative Projekte. Gelder, die Jesteburg
sonst nicht erreichen würden. Diese Diskussion zu verschweigen, bedeutet, nicht
seriös von der entsprechenden Sitzung zu berichten.

Und auch den sachlich nicht haltbaren Vorschlag der Unabhängigen
Wählergemeinschaft Jesteburg
zu wiederholen, Kunstverein und Kunststätte
sollen das Projekt alleine finanzieren, ist reine Polemik. In der Sitzung ist
längst klar geworden, dass die Kosten jedes Projektes ohne eine
Gemeindebeteiligung nicht bei Drittmittelgebern zu beantragen wären.
Kunstverein und Kunststätte finanzieren sich aber über Drittmittel – die
übrigens aus „Steuergeldern“ stammen… Der Umstand, dass
„Steuergelder“ nicht frei verfügbar und per Volksentscheid beliebigen
Ressorts zuteilbar sind, verbietet auch jede lokale Diskussion darüber, ob mit
Geld für Kunst und Kultur nicht besser Schultoiletten renoviert oder
Spielplätze gebaut würden.

Was überregionale Kulturbudgets betrifft: Sie folgen im Idealfall inzwischen
der Überzeugung, dass „Kultur nicht die Sahne auf dem Kuchen ist, sondern
die Hefe im Teig“, wie schon vor vielen Jahren der damalige
Bundespräsident, Johannes Rau, sagte. Dass freie Kunst und Kultur
systemrelevant sind, ist für Demokraten längst kein Geheimnis mehr. Und selbst
wenn die Budgets frei verschiebbar wären: Wäre es nicht geschickter, eine
andere Währung für Schultoiletten zu wählen? Für die Kosten nur eines Panzers
erhalten Sie wesentlich mehr Toilettenschüsseln als für die einer
zeitgenössischen Kunstinstallation.

Das führt letztlich zur Frage, wer über solche Budgets entscheidet – und wie
mit ihnen umgegangen werden soll. Wer soll entscheiden, ob Jesteburg eine
einjährige Bürger*innen-Akademie für Kunst im öffentlichen Raum auf den Weg
bringt (was zunächst ja nur bedeutet, zu versuchen, Gelder dafür zu beantragen)
oder nicht? Die Antwort muss für alle, die an eine repräsentative Demokratie
glauben, lauten: die gewählten Vertreter*innen der Bevölkerung. Das sind im
vorliegenden Fall zunächst die Mitglieder des Kulturausschusses und schließlich
die Mitglieder des Gemeinderats. Sie wurden von den Jesteburger*innen gewählt,
um sich stellvertretend für alle ausführlich mit Details und Grundlagen einer
Entscheidung zu befassen.

Die Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide geht auch hier einen anderen
ideologischen Weg – und folgt wieder treu der Unabhängigen
Wählergemeinschaft Jesteburg
. Eine von dieser vorgeschlagene
Bürgerbefragung, die selbst hohe Kosten erzeugen würde, wurde im Ausschuss
unter anderem mit Verweis auf dessen repräsentative Besetzung abgelehnt. Zudem
wurde schnell deutlich, dass Bürger*innen nur seriös entscheiden können, wenn
sie über eine solide Informationsgrundlage verfügen. Bereits eine Befragung
durch die Gemeinde hätte also viel Aufklärungsarbeit über Hintergründe und Details
erfordert. Dass sich die Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide nun eine
eigene Online-Umfrage anmaßt, kann letztlich nur eine Parodie sein – zumal auf
der Grundlage zahlreicher wissentlicher Falschbehauptungen und unterschlagener
Fakten.

Ausgerechnet Entscheidungen über Kunst und Kultur der Bevölkerung zu
überlassen, bedeutet eine Geringschätzung dieser wesentlichen Aspekte von
Gesellschaft. Konsequenzen solcher Entscheidungen können – wie auch der über
Wirtschaft oder Finanzen – nur von Expert*innen abgeschätzt werden. Nicht
zuletzt leben Kunst und Kultur aber auch von Überraschungen, Geheimnissen und
Konfrontationen. Wann haben Sie sich zuletzt selbst effektiv überrascht? Noch
aus einem anderen Grund beschwören Bürger*innenentscheide über Kunst und Kultur
einen ausgesprochen schalen Beigeschmack herauf: Die Nationalsozialisten
erfanden für ihre – nach persönlichem Geschmack und menschenverachtender
Ideologie beliebig gesetzte – Definition einer „entarteten Kunst“ ein
angebliches „gesundes Volksempfinden“, mit dem sie alles, was nicht
ihrer reaktionären Vorstellung von Tradition entsprach, diskreditieren konnten.
Propaganda half ihnen, das „Volk“ dabei auf ihre Vorstellung dieses
„Empfindens“ manipulativ einzuschwören.

Ich wurde von der Gemeinde Jesteburg angefragt, ob ich mein Konzept bei der
anstehenden Gemeinderatssitzung, in der darüber entschieden werden soll, ob ein
Antragsverfahren eingeleitet wird, persönlich vorstellen würde. Dies würde nach
den Manipulationsversuchen der Kreiszeitung Wochenblatt Nordheide
jedoch vermutlich vor allem bedeuten, es gegen Falschbehauptungen zu
verteidigen. Ich möchte mich auf keinen Schlagabtausch mit unredlichen Mitteln
einlassen. Ich habe in diesem ausführlichen Kommentar klargestellt, wo ich
stehe. Wo Jesteburg steht, muss Jesteburg selbst herausfinden. Demokratische
Prozesse sind umso mühsamer, wenn statt einer unabhängigen Tageszeitung nur ein
Gratis-Werbeblatt mit gezielt verzerrender Berichterstattung zur Verfügung
steht.

Aber demokratische Prozesse sind durch nichts zu ersetzen. Jesteburg muss die
Umsetzung meines Konzeptes wollen – sonst ist sie nichts wert. Ich habe in und
nach der Kulturausschuss-Sitzung viel Zuspruch von Kulturschaffenden und
Kulturinteressierten erhalten. Aber auch von Politiker*innen – übrigens
interessanterweise von allen Parteien, unabhängig von ihrem
Abstimmungsverhalten. Ich glaube fest daran, dass sie die Jesteburger
Bürger*innen zuverlässig repräsentieren, sowohl bei Entscheidungen über
Schultoiletten wie auch bei jenen über Kunst und Kultur.

 

 

Das Kleingedruckte

Impressum
Thomas Kaestle
Pestalozzistraße 11
30451 Hannover
info@jesteburg.art
0175-2903798

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